Ballybunion Beaches

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Rund um das Örtchen Ballybunion an der Westküste der Grafschaft Kerry finden sich nicht etwa ein oder zwei, sondern gleich drei bemerkenswert schöne Strände. Der Men’s, der Ladies‘ und der Nun’s Beach laden ein zum Baden, Surfen oder Entspannen und bieten zudem Gelegenheit zu einer angenehmen Wandertour entlang panoramahafter Küstenwege und durch heimelige irische Küstenstädtchen.
Die Namensgebung der Strände hängt mit dem religiösen Erbe Irlands zusammen. Streng katholisch, wie das gesellschaftliche Leben hier noch bis weit ins 20. Jahrhundert war, war es Männern und Frauen nicht gestattet, am gleichen Strand zu baden. Als praktisch erwies sich daher die natürliche Trennlinie eines in den Strand hineinragenden Klippenabschnitts, auf dessen Spitze noch heute die Ruine eines Schlosses ruht: zur linken Seite des Vorsprungs badeten die Männer, zur rechten die Frauen. Inzwischen steht das Überschreiten der imaginären Grenze natürlich längst nicht mehr unter Strafe, und beide Strandabschnitte werden gleichermaßen von Badefreudigen, Surfern und Sonnenanbetern frequentiert. Sowohl der Men’s als auch der Ladies‘ Beach zählen zu den Blue Flag Stränden und garantieren daher nicht nur höchste Wasserqualität, sondern auch ein sicheres Badeerlebnis für Jung und Alt. Der Golfstrom verschafft der Region im Sommer zudem durchaus angenehme Wassertemperaturen; und wem der Atlantik trotz allem zu frisch ist, der kann sich auch ein erholsames Bad in den Meeresalgenthermen Ballybunions gönnen.
File 384Wen es hingegen in die irische Natur zieht, der ist in Ballybunion ebenfalls richtig: ein abwechslungsreicher Wanderweg führt entlang der Klippen zu dem abgelegensten und am schwierigsten erreichbaren der drei Strände, dem Nun’s Beach (dt. Nonnenstrand). Hoch auf den Klippen ragt ein verfallenes Kloster empor, das dem Strand einst seinen Namen verlieh und das die Bucht mit dem ikonischen Virgin Rock (dt. Jungfrauenfelsen), einem torbogenartig ausgehöhlten Felsen unweit der Küste, noch immer zu bewachen scheint. Die große Besonderheit des Küstenabschnitts ist jedoch das Nine Daughters Hole - ein Blowhole, das sogar einen eigenen Platz in der vielfältigen Sagenwelt der Insel hat. Angeblich stürzte ein Keltenkönig einst seine neun Töchter in das Loch, nachdem diese sich in neun der Wikinger verliebten, welche zu jener Zeit in Scharen in die Region einfielen. Der Anblick der bei entsprechendem Wellengang hoch empor schießenden Wasserfontänen ist heutzutage aber zum Glück nur mehr ein dramatisches Naturschauspiel.