Boyne Valley

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Das Boyne Valley spielt in der Geschichte Irlands eine gleich doppelt zentrale Rolle. Es ist unter anderem der Standort einer Formation aus Hügelgräbern, die nicht nur zu den ältesten und weltweit wertvollsten Monumenten der Megalithkultur, sondern auch zum UNESCO Weltkulturerbe zählen. Die Grabanlage Brú na Bóinne (dt. Palast des Boyne) ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen Irlands und bezeichnet eine Reihe Hügelgräber, die aus neolithischer Zeit stammen. Die zwei größten Gräber – Knowth und Newgrange – sind touristisch erschlossen, und können gemeinsam oder einzeln besichtigt werden. Der Besuch beginnt zunächst im Besucherzentrum, dessen Ausstellungen einleitend Informationen zur Entdeckung und kulturellen Bedeutung der Hügelgräber bieten. Auch wurden Repliken einiger Grabkammern der beiden Hügelgräber erbaut, die nach Belieben erkundet werden können. Im Besucherzentrum lassen sich dann auch die Eintrittstickets zu den Gräbern kaufen; ein privater Zugang ist nicht möglich. Im Anschluss an den Kauf der Tickets erfolgt der Transport zu den Hügelgräbern in kleinen Bussen.
Sowohl Newgrange als auch Knowth sind über 5000 Jahre alt und bieten einen einmaligen Einblick in die Grabeskultur und Kunstfertigkeit der Jungsteinzeit. Die anderthalbstündigen Führungen bieten Informationen zur Geschichte und Nutzung der Gräber sowie zur Symbolik ihrer kunstvollen Verzierungen; außerdem ermöglichen sie ein kurzes, persönliches Erkunden der Grabgänge und der umliegenden Gegend. Ein besonderes Ereignis ist die alljährliche Wintersonnenwende, zu welcher die Sonne direkt in die Grabgänge der Hübelgräber einfällt – Tickets dafür werden allerdings lediglich per Lotterie verlost. Ein kleines Trostpflaster: das Ereignis wird auch im Fernsehen übertragen.
Darüber hinaus spielte das Tal um den Fluss mit Namen „Boyne“ noch einmal im 17. Jahrhundert eine zentrale Rolle in der irischen Geschichte. Hier fand 1690 die bekannte „Schlacht am Boyne“ statt, die das Schicksal der irischen Katholiken im Kampf um ihre Unabhängigkeit für lange Zeit besiegelte und heute noch Anlass für die jährlichen Feierlichkeiten der „Orange Men“ in Nordirland ist. Der Besuch des Schlachtfeldes ist kostenlos, das Besucherzentrum bietet zusätzlich Informationen zum Verlauf der Schlacht und ihrer weitreichenden historischen Bedeutung für die drei an ihr beteiligten Länder England, Frankreich und Irland.