Geschichte

 Jahr Ereignis
 ca. 6.-7. Jh. v.Chr. Ankunft erster keltischer Stämme aus Nordfrankreich. Entstehung der fünf Herrschaftsgebiete Ulster, Munster, Nordleinster, Südleinster und Connacht mit Tara als Hauptstadt und Regierungssitz des Hochkönigs.
 5. Jh. n.Chr. Christianisierung Irlands durch St. Patrick, den heutigen Nationalheiligen und mythischen Vertreiber aller Schlangen vom irischen Festland. St. Patrick wurde in Britannien geboren, in seiner Kindheit aber nach Irland verschleppt, von wo ihm die Flucht nach einigen Jahren der Sklavenexistenz gelang. In Frankreich wurde er zum Priester ausgebildet, bis er schließlich als Missionar nach Irland zurückkehrte. Sein Wirken in Irland kennzeichnet gleichzeitig den Beginn des Schrifttums.
 8.-9. Jh. Ankunft der Wikinger. Anfängliche Raubzüge führten schließlich zu permanenten Siedlungen entlang der Küstengebiete.
 841 Gründung Dublins unter dem Namen Dubh Linn (dt. schwarzer Sumpf).
 9.-12. Jh. Assimilation der Wikinger in die keltischen Bevölkerung durch Mischehen und Übernahme des Christentums.
 1169-1171 Anglo-Normannische Invasion. Heinrich II. erklärt sich zum Lordprotektor des Landes. Ankunft normannischer Siedler in den Gebieten entlang der Ostküste.
 12.-14. Jh. Ausbau der anglo-normannischen Herrschaft durch Übernahme normannischer politischer und gesellschaftlicher Strukturen im Osten Irlands. Gründung des irischen Parlaments. Fortbestehen irischer Herrschaftsgebiete im Westen des Landes.
 14.-15. Jh. Fokussierung der englischen Politik auf innere Konflikte (u.a. Rosenkrieg) führt zu einer Abwendung von der Irlandpolitik und einer Erstarkung irischer Widerstandsgruppierungen im Westen Irlands.
 1495 In Reaktion auf vereinzelte Unruhen in Irland stellt das Poyning‘s Gesetz das irische Parlament unter die Kontrolle des englischen Parlaments und Königs.
 1541 Mit der Machtergreifung König Heinrichs VIII. Wiederaufnahme einer gezielten Irlandpolitik seitens Englands. Er erklärt sich zum König von Irland und beginnt, die von ihm geschaffene Anglikanische Kirche auch als Staatsreligion im katholischen Irland einzuführen.
 1558 Königin Elisabeth I. besteigt den englischen Thron. Fortsetzung der von ihrem Vater begonnenen Anglikanisierung Englands und Irlands.
 Mitte 16. bis Anfang 17. Jh. Vermehrt stattfindende Aufstände irischer Lords gegen die englische Besatzung und Indoktrinierung einer neuen Religion, u.a. die Desmond-Rebellionen von 1569-1573 und der Neunjährige Krieg 1595-1603. Beide Rebellionen scheitern und enden mit der Flucht der führenden Lords und Grafen im Jahr 1607.
 ab 1609 Ulster Plantationen: systematische Besetzung der nordöstlichen Grafschaft Irlands durch anglikanische Siedler aus England und Schottland mit einhergehender Enteignung der katholischen Bevölkerung.
 1641 Irische Rebellion. Aufstand katholischer Iren im ganzen Land mit dem Versuch der Eroberung Dublins und der Ermordung mehrerer tausend Protestanten in Ulster.
 1642 Gründung der Katholischen Konföderation Irland infolge der Rebellion des Vorjahres. Aufbau einer katholischen Selbstverwaltung parallel zur englischen Oberherrschaft, die in den Folgejahren zwei Drittel des Landes kontrolliert.
 1649-1652 Einmarsch Oliver Cromwells in Irland. Gewaltsame Niederschlagung der Konföderation und blutige Rückeroberung der Insel durch englische Streitmächte.
 1688 Exilierung des englischen Königs Jakob II., Vertreter des Katholizismus, durch das englische Parlament. Jakob II. fasst das Ziel, mit Unterstützung irischer Katholiken seinen Thron zurückzugewinnen.
 1690 Schlacht am Boyne zwischen Katholiken auf Seiten Jakob II. und Protestanten auf Seiten Wilhelm III. Niederlage der Katholiken.
 1691-1729 Einführung und Verbreitung von Strafgesetzen, die zu einer zunehmenden Entrechtung, Enteignung und Diskriminierung der Katholiken führen.
 1740/41 Gründung der United Irishmen. Mit Orientierung an den französischen und amerikanischen Revolutionen werden eine politische Unabhängigkeit von der englischen Krone und ein Ende der religiösen Diskriminierung als oberste Ziele gesetzt.
 1780-90er Jahre Beginn der Katholikenemanzipation und der Rückgewinnung alter Rechte, beispielsweise auf den Besuch von Universitäten oder die Übernahme öffentlicher Ämter.
 1798 Irische Rebellion. Versuch der Eroberung Dublins durch die United Irishmen. Die Mission scheitert, aber die revolutionäre Stimmung weitet sich auf das gesamte Land aus, ohne jedoch politische Erfolge zu erzielen.
 1800 Act of Union: das irische Parlament wird gezwungen, seine eigene Auflösung zu unterzeichnen. Irland wird offizieller Teil des britischen Königreichs und verliert seine staatsrechtliche Eigenständigkeit.
 1801-1840 Beginn des offiziellen Kampfes um politische Unabhängigkeit von Großbritannien unter dem Stichwort „Home Rule“ (dt. autonome Selbstverwaltung). Anhaltender Kampf um die Gleichberechtigung von Katholiken.
 1841 Daniel O’Connell, prominenter Verteter katholischer Kampagnen, wird erster katholischer Bürgermeister Dublins.
1845-1848 Große Hungersnot. Eine Vernichtung der Ernte durch die Kartoffelfäule in mehreren aufeinander folgenden Jahren, das Einsetzen von Seuchen und die lassez-faire Einstellung der britischen Regierung, welche dem Land zunächst keinerlei Hilfe zukommen lässt, führen zum Tod von etwa 1 Million Iren und der Emigration von weiteren 2 Millionen nach Amerika und Europa.
1850-60er Jahre Gründung der irisch-republikanischen Bruderschaft (IRB), allgemein bezeichnet als „Fenians“ (dt. Fenier).
1863 und 1893 Versuche des britischen Premiers Gladstone, Home Rule im britischen Parlament durchzusetzen. Beide Versuche scheitern.
1905 Gründung der Partei „Sinn Féin“ (dt. Wir selbst).
1912 Die dritte Vorlage eines Home Rule Gesetzes im britischen Parlament wird vom Unterhaus gebilligt, vom Oberhaus vertagt.
1913 Spannungen zwischen Unterstützern und Gegnern des Home Rule. Gründung paramilitärischer Gruppierungen, z.Bsp. Ulster Volunteer Force (UVF) und Irish Volunteers.
1914 Billigung des Home Rule Gesetzes. Die Unterzeichnung des Gesetzes wird aufgrund des Beginns des Ersten Weltkrieges vertagt.
1916 Osteraufstand. Ausrufen einer irischen Republik durch Patrick Pearse in Dublin. Niederschlagung des Aufstandes durch das britische Militär durch Bombenangriffe und die Hinrichtung der Rädelsführer.
1919 Illegitime Gründung eines irischen Freistaates durch Sinn Féin.
1919-1921 Anglo-Irischer Krieg. Guerilla-Kampfhandlungen zwischen der IRA und dem britischen Militär, welche das ganze Land erfassen und zu einer Eskalation von Gewalt und Blutvergießen führen. Ende der Kampfhandlungen durch Unterzeichnung eines Waffenstillstandes.
1920 Government of Ireland Act. Teilung Irlands in Nord- und Südirland. Nordirland umfasst fortan jene sechs Provinzen der Grafschaft Ulster, die überwiegend protestantisch besiedelt sind.
1922 Offizielle Gründung des Irischen Freistaates als Dominion des Britischen Königreiches.
1922-1923 Irischer Bürgerkrieg. Konfliktpunkt ist die Frage, ob eine südirische oder eine gesamtirische Republik angestrebt werden soll.
1937 Proklamierung einer neuen Verfassung und Umbenennung des irischen Freistaates in Éire unter Eamon de Valera.
1939-1945 Neutralität des Irischen Freistaates im Zweiten Weltkrieg.
1949 Proklamierung der Republik Irland. Austreten Irlands aus dem Commonwealth.
1960er-1980er Jahre Eskalation des Nordirlandkonflikts und des IRA Terrors, auch mit Übergriffen auf das britische Festland.
1973 Eintritt Irlands in die Europäische Gemeinschaft.
1990er Jahre Wirtschaftsboom in Irland (Celtic Tiger), der das Land von seiner jahrzehntelangen wirtschaftlichen Rückständigkeit befreit.
1998 Karfreitagsabkommen zwischen Großbritannien, Irland und Nordirland, in dem Irland seinen Anspruch auf eine Wiedervereinigung mit Nordirland aufgibt.
2002 Einführung des Euro.
2011 Besuch Elizabeth II. und Barack Obamas.