Malin Head

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Wer den nördlichsten Punkt der irischen Insel in Nordirland vermutet, der liegt erstaunlicherweise falsch: Malin Head, offiziell das nördlichste Ende Irlands, befindet sich in Wahrheit im County Donegal. Touristisch kaum erschlossen, bietet die raue Klippenlandschaft der irischen Nordküste hier einen einmaligen Blick auf den endlosen Horizont des Atlantiks, begleitet von faszinierenden Gesteinsformationen und der einen oder anderen Überraschung.
Wer einen Ausflug zum Malin Head plant, sollte in jedem Falle wettergerechte Kleidung einpacken: das irische Wetter zeigt sich hier von seiner ungestümen Seite, und Windstärken bis hin zum Orkan sind keine Seltenheit. Belohnt wird man jedoch mit einem einzigartigen Küstenabschnitt, an dem sich die Naturgewalten noch ungestört manifestieren und einen Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Gewöhnlich beginnt eine Besichtigung der Gegend am Banba’s Tower, einem Wachturm aus napoleonischen Zeiten, der inzwischen aber zur Ruine verfallen und nicht mehr begehbar ist. Einige Informationstafeln bieten nähere Informationen über Malin Head und seine Geschichte. So lassen sich unweit des Turmes an einem Klippenabhang beispielsweise die mit Steinen ausgelegten Buchstaben „EIRE“ entdecken, die während des zweiten Weltkrieges Bomber darauf hinweisen sollten, dass sie sich nun über neutralem Land bewegten.
File 327Allen, die sich bis an die stets tosenden Klippen heranwagen, eröffnet sich dann der Blick auf weitere eindrucksvolle Besonderheiten Malin Heads: teils senkrecht aus dem Wasser herausragende Felsnadeln, die über die Jahrhunderte von Wind und Wasser zu Basaltsäulen geschliffen wurden, erzeugen eine wahrlich andersweltliche Atmosphäre und dekorieren den gesamten Küstenverlauf der Gegend. Darüber hinaus beherbergt Malin Head auch so illustre Punkte wie das „Hell’s Hole“ (dt. Höllenloch), die „Devil’s Bridge“ (dt. Teufelsbrücke) oder das Haus des Feenkönigs – allesamt von der Natur geformte, spektakuläre Naturgebilde, welche nicht nur die alten keltischen Legenden wieder zum Leben erwecken, sondern auch das Gefühl entstehen lassen, man befände sich tatsächlich am Ende der Welt.