Party in Irland

Die Iren lieben es, zu feiern – mit Freunden und Verwandten ebenso wie mit Kollegen, Bekannten und Fremden. Generell ist jeder, der gerne trinkt, lacht, singt und tanzt, ein willkommener Gast bei dem Inselvolk. Gesellig, warmherzig und offen wie die Iren sind, ist es ein Leichtes, einen ausgelassenen Abend mit ihnen in einem der zahllosen Pubs der Insel zu verbringen – bevor man sich ins rege Nachtleben stürzt, gibt es allerdings noch ein paar Besonderheiten des irischen Feierverhaltens zu beachten.
Zunächst sind die Iren nicht nur ein großherziges, sondern auch ein großzügiges Volk. Es ist üblich, bei einem Abend im Pub Getränke für die ganze Runde zu holen – einer Einladung kommt das aber nicht zwangsweise gleich, auch wenn kaum ein Ire Sie jemals darauf ansprechen wird. Vielmehr ist es eines der unausgesprochenen Gesetze des Weggehens, dass sich die Mitglieder einer Gruppe darin abwechseln, Getränke für die versammelte Mannschaft zu besorgen. Seien Sie daher nicht überrascht, wenn beständig neue Pints vor Ihnen auftauchen: es ist ein integraler Teil der irischen Trinkkultur, und sollte auf jeden Fall erwidert werden.
Die Öffnungszeiten der irischen Pubs, Bars und Clubs ähneln keineswegs denen des europäischen Festlands. Die meisten Pubs schließen gegen 1 Uhr nachts, Clubs und Bars haben in der Regel bis maximal 3 Uhr geöffnet. Entsprechend früher beginnt häufig auch das Trinkvergnügen für die Iren. Es ist nicht ungewöhnlich, bereits um sieben oder acht Uhr abends wegzugehen, um den Abend auch lohnenswert zu gestalten.
Apropos: für alle, die in ihrem Urlaub einen traditionell irischen Pubabend erleben wollen, lohnt es sich, einige der gängigen Irish Folk-Lieder zu lernen. Molly Malone, Whiskey In The Jar, Wild Rover oder Galway Girl begegnen einem mit Sicherheit im Laufe eines jeden Pubabends und eignen sich perfekt zum Mitsingen, Tanzen und Feiern.
Es lässt sich aber durchaus auch ruhiger angehen: in vielen traditionsbewussten Pubs finden noch regelmäßige Céilí-Abende statt, bei denen die traditionellen irischen Instrumente Fiedel, Flöte und Uileann Pipes auf kunstvolle Weise gespielt und vorgestellt werden. Mit etwas Glück lässt sich auch ein Sean Nós-Abend ausfindig machen, bei dem die gälische Gesangstradition wieder zum Leben erweckt und Sagen in musikalischer Form erzählt werden – ein ganz besonderes, unvergleichlich irisches Urlaubserlebnis.

Pubs, Bars und Clubs, deren Vielfalt die gesamte Bandbreite an Geschmäckern abdeckt, lassen sich in nahezu jeder irischen Stadt finden. Selbst in den irischen Dörfern gibt es zumeist mindestens einen Pub, wobei gilt: je abgelegener, desto ursprünglicher und traditioneller.
In Dublin lohnt sich auf jeden Fall ein Ausflug in das Partyviertel Temple Bar. Zu den berühmtesten Pubs dieses Stadtviertels zählen das O’Donoghue’s, The Auld Dubliner und das Foggy Dew. Etwas ruhiger geht es auf der Grafton Street zu, in der sich vor allem Bars und Lounges befinden.
In Galway ist es besonders einfach, heimelig-klassische Pubs mit einem ausgezeichneten Musikangebot und einer attraktiven Speisekarte zu finden. Entlang der High Street im Stadtzentrum sind besonders das Tig Cóili, das Tigh Neactain und das The Quays zu empfehlen.
Corks Stadtzentrum beherbergt ebenso ein lebhaftes und abwechslungsreiches Nachtleben. Reardens, The Rob Roy, The Welcome Inn und An Spailpin Fanac sind nur einige der Namen, die man sich unbedingt für einen Ausgehabend merken sollte.

Von traditionell und ursprünglich bis modern und hip – Irlands Nachtleben bietet Vielfalt, gute Stimmung und gesellige Menschen, wohin auch immer die Reise führt. Unabhängig von Geschmäckern, Erwartungen und Vorlieben ist der landestypische „good craic“ damit in jedem Falle garantiert – Sláinte (dt. Prost)!